Demokratie und Gemeinwesen

Demokratie lebt aus dem Impuls und Bedürfnis, die – in einem (begrenzten) Sozialraum – gemeinsamen sozialen Lebensbedingungen so zu bilden, dass Menschen Menschen gegenüberstehen, nicht Menschen Menschen regieren. Demokratie kann nur zwischen Menschen aufleben.
 
Demokratie entsteht nur mit dem Willen zum Gemeinwesen.
Allein das Organisieren von Mehrheiten ist noch keine Demokratie.
 
Mit der Organisation der Demokratie über das Parteiwesen kann ein stimmiges und tragfähiges Gemeinwesen (Staatswesen) nicht gebildet werden. Die mit Parteipolitik einhergehende, fortwährende Auseinandersetzung mit an Gruppierungen gebundenen Interessen und Ideologien (festgelegte Politiken) und der damit verbundene Kampf um Mehrheiten stehen dem im Weg. Wenn das Erreichen von Mehrheit zum Ziel wird, ist das etwas anderes, als Raum zu schaffen, in dem sich aussprechen und erlebt werden kann, was das mehrheitliche Interesse der in einem Sozialraum lebenden Menschen  für denselben ist.
 
Wesentlich für das Leben (mit und in) der Demokratie ist das Beschränken derselben auf das Gestalten der sozialen Ordnung des Gemeinwesens. Dazu will gesehen werden, dass das Soziale und das Rechtliche nicht verschiedene Angelegenheiten sind. Das Rechtliche ist – ganz und gar – eine soziale Angelegenheit. Die Rechtsgestaltung bildet Formen im Sozialen. Rechtsordnung ist soziale Ordnung zwischen uns.
 
Werden Angelegenheiten demokratisch-politisch behandelt (entschieden und gesteuert), die nicht mit der rechtlich-sozialen Ordnung des Gemeinwesens (den Staatsaufgaben) zu tun haben, entsteht eine Ver(w)irrung. Eine Folge u. a. ist, dass das Staatswesen seinen rechtlichen Zugriff in Angelegenheiten verstärkt, die keine rechtlichen sind.
 
Liebe zum Gemeinwesen lebt auf, wo wir unser Interesse für die Anderen und deren Erleben und Interessen wirksam machen. (Das Interesse kommt dann auch auf uns zu.)